Genau diese Frage stand im Mittelpunkt, als gestern Morgen rund 120 Jugendliche unseres 7. Jahrgangs in der Aula zusammenkamen. Zum ersten Mal nahm unsere Schule am bundesweiten Anne-Frank-Tag, dem Schulaktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus, teil. Unter dem Motto „Geschichte erzählen“ ging es an diesem Vormittag nicht nur um Fakten aus den Geschichtsbüchern, sondern vor allem um Menschen und Lebensgeschichten, die lange zu wenig gehört wurden: um Anne Franks ältere Schwester Margot und um die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus.

Es wurde ein Tag, der hängenbleibt. Den Ausgangspunkt des Anne-Frank-Tages bildete eine Plakatausstellung, die sich mit der Familie Frank und ihrer Geschichte auseinandersetzt. Sie gab den Jugendlichen die Möglichkeit, Anne Frank, ihre Familie und die Zeit des Nationalsozialismus noch einmal genauer kennenzulernen. Von dieser bekannten Geschichte aus führte der Tag weiter zu der Frage, welche Geschichten erzählt werden – und welche lange weniger Beachtung fanden.


In den Klassenräumen war es erstaunlich leise, als die Jugendlichen an den interaktiven Stationen arbeiteten. Mit iPads begaben sie sich auf einen virtuellen Rundgang durch die bedrückende Enge des Hinterhauses, in dem Anne Frank und ihre Familie sich versteckten. An einer anderen Station regte eine Graphic Novel über Otto Rosenberg zum Nachdenken an. Otto Rosenberg war ein deutscher Sinto. Er wurde als Kind verfolgt, überlebte vier Konzentrationslager und setzte sich später dafür ein, dass die Geschichte der Sinti und Roma nicht vergessen wird. Nebenan wurde anhand von Video-Interviews mit seiner Tochter Petra ein Thema angesprochen, das leider bis heute aktuell ist: Diskriminierung im Schulalltag und die Frage, was wir alle ganz konkret dagegen tun können.


Zum Abschluss trafen sich alle wieder in der Aula, um die Dokumentation „Wesley schwimmt“ zu schauen. Sie erzählt die Geschichte eines jungen deutschen Sintos, der sich auf die Spuren seines Urgroßvaters begibt, der Auschwitz überlebt hat.

Ein großes Lob an den gesamten 7. Jahrgang für die Ernsthaftigkeit, die Offenheit und den Respekt, mit dem ihr euch gestern mit diesen Geschichten auseinandergesetzt habt!
Das Höchster Kreisblatt berichtete am 17.6.:
