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Der Schulsanitätsdienst der Helene-Lange-Schule

Seit dem Schuljahr 2010/2011 gibt es an der Helene-Lange-Schule einen Schulsanitätsdienst (SSD). Der SSD unterstützt die Schulleitung und die Lehrer*innen in ihrer Verantwortung, für die Sicherheit und die Versorgung der Schüler*innen – im Notfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes – zu sorgen. Zurzeit besteht er aus 20 Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 und 10.

Ausbildung und Leitung

Geleitet wird der SSD im Rahmen des Wahlunterrichtes der Klassen 9 und 10 seit dem Schuljahr 2019/2020 von Frau Poljakoff (PoWi- und Sportlehrerin/ examinierte Krankenschwester), Frau Kirschner (Deutsch- und Sportlehrerin/ examinierte Krankenschwester) und Herrn Pluhar (Geschichts- und Sportlehrer/ examinierter Sportwissenschaftler).

Professionell unterstützt wird der SSD seit September 2019 von den Maltesern, einer der führenden Hilfsorganisationen in Deutschland. Dieser bildet die Schüler*innen in der medizinischen Erstversorgung während eines fünftägigen Intensivkurses mit 40 Unterrichtsstunden als Schulsanitäter und Schulsanitäterinnen umfassend aus. Unsere Schüler*innen haben diese Ausbildung unter Brigitte Dörr und Uwe Weißenberg (Malteser) erfolgreich absolviert.

Einsatzplanung und Dienste

Täglich abwechselnd organisieren sich drei bis fünf Schulsanitäter*innen in einem permanenten Bereitschaftsdienst von der 1.-8. Stunde. Während der ersten und zweiten Hofpause, sowie in der Mittagspause ist der Sanitätsraum (im Aula-Vorraum) immer mit mindestens zwei ausgebildeten Schulsanitäter*innen besetzt, um bei Notfällen schnellstmöglich Erste Hilfe zu leisten. Während des Unterrichts können Frau Gerlach und Frau Schmidt aus dem Sekretariat mithilfe von Walkie-Talkies Verbindung zu den Schulsanitätern aufnehmen.

Ziel des Schulsanitätsdienstes

Ziel des SSD ist es, den Schüler*innen im Rahmen der allgemeinen Schulbildung u.a. die folgenden fachlichen, sozialen, personalen, sowie methodischen Kompetenzen zu vermitteln:

Fachliche Kompetenzen:

  • Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers
  • Krankheitslehre in Bezug auf das Schulleben (und darüber hinaus)
  • Erste Hilfe im Schulalltag
  • Erste Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen (z.B. bei Bewusstlosigkeit)
  • Psychologische Erste Hilfe (z.B. trösten, beruhigen)
  • Sterile Wundversorgung
  • Unterschiedliche Verbandstechniken (z.B. Druckverband)
  • Hygienestandards kennenlernen und anwenden
  • Gesundheitsbewusstsein entwickeln und erweitern

Soziale und Personale Kompetenzen:

  • Miteinander kooperieren (Teamfähigkeit)
  • Absprachen treffen und Dienste einhalten (Organisationsfähigkeit und Verlässlichkeit)
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Sich aufeinander verlassen können (Zuverlässigkeit)
  • Fürsorge und Einfühlungsvermögen
  • Selbstvertrauen

Methodische Kompetenzen:

  • Erstellen von Dienstplänen
  • Zeitmanagement
  • Selbstständiges Erarbeiten und Präsentieren von theoretischen Inhalten (Theorie)
  • Sichere Handhabung in der Ausführung der Rettungskette (Praxis)
  • Überwindung von Angst vor Fehlern
  • Organisation und Sicherstellung der Erste-Hilfe-Versorgung bei größeren schulischen Veranstaltungen (z.B. bei Bundesjugendspielen)
  • Schriftliche Dokumentation der Einsätze und Rettungsmaßnahmen
  • Pflege und achtsamer Umgang mit vorhandenen Einrichtungsgütern und Materialien

Beispiele für Erste-Hilfe-Maßnahmen im Schulalltag:

Die zahlreichen Einsätze der ausgebildeten Schulsanitäter*innen reichen von kleineren Wundversorgungen mit Pflastern und Verbänden, Hochlagern, Ruhigstellen und Kühlen verletzter Körperteile bis hin zu psychologischen Hilfestellungen durch beruhigenden Zuspruch und Berührung (sofern von den Patient*innen gewünscht), aber auch dem Alarmieren des Rettungsdienstes im Falle von lang anhaltender Hyperventilation, starken Schmerzzuständen mit Krämpfen, Bänderrissen im Sportunterricht, Kreislaufkollaps, unklarem Schwindel mit Herzrasen, etc.

Dabei versorgen die Sanis Fuß-/Knöchel-/Knieschmerzen, Prellungen, Schwellungen, kleinere und größere Schürfwunden und Rötungen an diversen Stellen nach Stürzen, Schnittwunden, Stichverletzungen (bspw. bei frischen Piercings), Magen-/Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Nasenbluten, Augenverletzungen, Sehstörungen, Blutergüsse, erhöhte Temperatur, Unterkühlung, Asthmaanfälle, Unterzuckerung, Ganzkörperschmerzen, etc.

Um die Versorgung sicher zu stellen, dürfen die Schulsanitäter*innen u.a. Ganzkörperkontrollen vornehmen, die Vitalzeichen Blutdruck, Puls und Temperatur messen, und auch Blutzuckermessungen durchführen; alles unter der Voraussetzung des Einverständnisses der Verletzten und unter Einhaltung der Hygienevorschriften (Fremd- und Eigenschutz).

Fazit und Dank:

Die Einsatzbeispiele zeigen die verantwortungsvolle, vorbildliche und motivierte Arbeit der Schüler*innen im Sanitätsdienst. Mit Interesse haben sie an einem Auffrischungskurs durch die Malteser im Februar 2020 teilgenommen, bei dem u.a. Praxisschwerpunkte wie die stabile Seitenlage und die Versorgung von Knochenbrüchen wiederholt wurden.

Die Schulsanitäter*innen und leitenden Lehrkräfte bedanken sich bei den Maltesern für die sehr gute Ausbildung und einen kostenfrei zur Verfügung gestellten, umfangreich ausgestatteten Erste-Hilfe-Rucksack. Besonderer Dank geht auch an den Förderverein der Helene-Lange-Schule für die Ausstattung des Sanitätsraumes mit einer neuen Couch, sowie für die finanzielle Unterstützung bei der Bereitstellung täglicher Verbrauchsgüter. Wir freuen uns sehr, wenn wir für Übungszwecke abgelaufene Verbandkästen zur Verfügung gestellt bekommen und auch mit weiteren Spenden unterstützt werden, um die Bereithaltung der kostenintensiven Verbandsmaterialien gewährleisten zu können.

Um auch in Zukunft den SSD erfolgreich fortführen zu können, sind interessierte Neubewerber herzlich willkommen.

Mit freundlichen Grüßen,

euer Schulsanitätsdienst nebst Ausbildern und Leitung

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