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Vollversammlung der Helene-Lange-Schule um 09.15 Uhr als Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden bei Stuttgart

(es gilt das gesprochene Wort)

Liebe Schülerinnen und Schüler,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Schulgemeinde,

der Grund, weshalb wir heute hier zusammengekommen sind, ist, über das fassungslose Ereignis, von dem wir alle gestern in den Medien erfahren haben zu reden.

Verstehen können wir es nicht!

Es ist ein Vorgehen eines ehemaligen Schülers einer Realschule in Winnenden, nahe der Stadt Stuttgart, der im Jahr 2008 diese Realschule verlassen hat.

Mit einer absolut brutalen Vorgehensweise erschoss er an einem ersten Ort der Albertville-Schule nicht nur neun Schülerinnen und Schüler, sondern auch drei Lehrerinnen dieser Schule. Dieses Ereignis ist vor 24 Stunden geschehen.

Anschließend flüchtete er und erschoss an einem wahllos gewählten zweiten Ort weitere unbeteiligte Passanten und Mitbürger.

Bevor er sich selbst erschoss, verletzte er zwei Polizisten schwer.

Es wird z. Zt. von mindestens 17 Toten gesprochen.

Der Europarat hat “mit Entsetzen“ auf den Amoklauf in Winnenden reagiert. “Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Angehörigen in Winnenden, nur eine Autostunde vom Europarat entfernt“, sagte der Generalsekretär der Staatenorganisation, Terry Davis. “Wir müssen aktiv werden, um derartige Verbrechen in Zukunft zu verhindern.“

Auch Bundespräsident Horst Köhler äußerte sich betroffen. “Mit Entsetzen und Trauer haben meine Frau und ich von dem Amoklauf in Winnenden erfahren. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und Freunden. Wir fühlen uns mit ihnen in diesen schweren Stunden tief verbunden.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung zeigten sich erschüttert. “Die Bundeskanzlerin und die gesamte Bundesregierung sind entsetzt über den schrecklichen Amoklauf in Baden-Württemberg“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. “Wir sind sicher, dass die Polizei und die weiteren Hilfskräfte vor Ort die notwendigen Maßnahmen ergreifen“, betonte Wilhelm. Die Regierung habe alle erforderliche Hilfe dafür angeboten.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, fürchtet, dass Lehrer und Schüler lange Zeit nicht mehr unbeschwert zum Unterricht gehen. „Was mir Sorge macht, ist, dass die gerade überwundene Angst nach dem Amoklauf in Erfurt nun wiederbelebt wird.”

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zeigte sich bestürzt: “Das lässt einen sprachlos in dem Augenblick“, sagte die CDU-Politikerin. “Das ist erschütternd.“ Zuerst müsse gefragt werden, wie man präventiv tätig werden könne, um so etwas zu verhindern. Es müsse herausgefunden werden, was Auslöser für den Amoklauf sein könnten. Sie sprach sich dafür aus, Schulen verstärkt auf solche kritischen Situationen vorzubereiten und die Auslöser für Amokläufe besser zu untersuchen.

Hiermit möchte ich mit der Erwähnung von Mitteilungen offizieller Stellen oder Behörden enden.

Menschlich stehen wir solchen Taten ratlos gegenüber.

Wir dürfen aber daran nicht verzweifeln und wir werden auch an unserer Schule alles Erdenkliche tun, um solche Taten zu verhindern.

Eine Schule soll immer ein Ort der Sicherheit und des Lernens sein!

Ich fordere alle Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer auf, mit ihren Schülerinnen und Schüler über dieses Ereignis zu sprechen!

An unserer Schule, wie in anderen Schulen auch, findet auch ihr, als Schülerinnen und Schüler immer ein offenes Ohr für Probleme, die ihr nicht alleine lösen könnt.

Ein möglicher Ansprechpartner ist immer eure Klassenlehrerin oder euer Klassenlehrer, eure Verbindungslehrerin, Frau Jahnke, unser Beratungslehrer Herrn Rosner oder jede andere Lehrkraft eures Vertrauens.

Habt den Mut und das Vertrauen, jemanden anzusprechen und euch Hilfe zu holen, wenn ihr nicht mehr weiter wisst.

Die Eltern bitte ich uns dahingehend zu unterstützen, über Auffälligkeiten ihrer Kinder mit uns zu reden und gemeinsame Lösungen zu finden.

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Ich darf Sie und Euch jetzt darum bitten, für eine Minute still zu sein und der Opfer von WINNENDEN zu gedenken und für sie, entsprechend unserer Religionen zu beten.

Im Anschluss daran gehen wir still aus unserer Aula in unsere erste Schulpause.

Der weitere Unterricht beginnt zur dritten Stunde um 09.45 Uhr!

Schweigeminute!

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Vielen Dank!

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