Home » Physik » Unsere HeLa aus der Sicht eines Schuhkartons

Unsere HeLa aus der Sicht eines Schuhkartons

Fotografieren mit einer Lochkamera

Lochkamera Bild 2
Lochkamera Bild 2

Man geht in ein Schuhgeschäft, kauft dort Schuhe und lässt beim Gehen  den Schuhkarton im Laden. So machen das wohl die meisten Leute.
Für die Physik wird es anders herum interessanter: Rein in das Schuhgeschäft, die Schuhe links liegen lassen und nur die Schuhkartons mitnehmen! Warum? – Ist doch klar, man kann mit ihnen wunderschöne Fotos machen.

Aber… Ein Fotoapparat ist doch so ein kompliziertes Ding… mit Linsen…

Naja, für eine funktionierenden, einfachen Fotoapparat braucht man nicht viel und mit nur ein wenig Bastelei kann man den Schuhkarton tatsächlich in eine Kamera verwandeln.
Verblüffend, aber Moment mal: Der lateinische Begriff für eine Lochkamera: camera obscura, aus dem sich die Bezeichnung ‚Kamera‘ für einen Fotoapparat ableitet, bedeutet ja lediglich dunkle Kammer bzw. dunkler Raum.
Einen leeren, dunklen Kasten mit einem Loch – mehr brauchen wir nicht, um ein Foto zu schießen. Und wozu braucht man dann die Linse??

Am ersten Tag wurden die Kameras gebastelt.
Der Schuhkarton bekommt ein kleines, möglichst präzises Loch in eine der Seiten und muss innen schwarz angemalt werden.
Es darf nur durch das kleine Loch Licht in den Karton gelangen. Die schwarze Bemalung ist wichtig, um ungewollte Reflexionen an den Kamerawänden zu vermeiden.
Zuletzt braucht man noch einen Verschluss für das Loch, es soll nämlich nur während der Belichtung offen sein. Hierfür haben wir eine Münze mit einem Klebestreifen auf vor dem Loch befestigt.

Die Länge der Lochkamera hat Einfluss auf die Größe und die Schärfe des Bildes und auf die Belichtungsdauer – soll das Loch also in die kurze oder in die lange Seite des Schuhkartons?
Und wie groß soll das Loch sein? Mit einem kleinen Loch ist das Bild schärfer, man muss aber länger belichten.
Und zuletzt immer wieder die Frage, ob in den nächsten Tagen das Wetter mitspielt. Ein kleines Loch mit einem Durchmesser von einem halben Millimeter erzeugt ein sehr scharfes Bild, aber schon bei leichter Bewölkung müsste man schon ungefähr acht Minuten belichten.
Aber das war etwas Wunderschönes an der Projektwoche: sehr viel Zeit!

Lochkameras
Lochkameras

In den folgenden Tagen war der  Raum C20 unsere Dunkelkammer. Jeweils zwei Schülerinnen bzw. Schüler erhielten zusammen drei kleine Schalen mit den Chemikalien, die man für die Entwicklung benötigt: Entwickler, Stoppbad und Fixierer.
Im Dunkeln wurden die Kameras mit dem Fotopapier geladen und los ging’s in der Schule auf Motivsuche.

Die Schüler haben fantastische Fotos mit ihren Schuhkartons geschossen, außerdem haben sie weiter mit den Kameras experimentiert: So entstanden Bilder mit ‚Geistern‘, d.h. mit Personen, die nach etwa der Hälfte der Belichtungszeit das Motiv verlassen haben und somit auf der Aufnahme durchsichtig sind, und Weitwinkelaufnahmen unserer Schule.

Die Bilder, die in den Lochkameras entstanden, sind seitenverkehrt und da das Fotopapier direkt belichtet wurde, sind Hell und Dunkel vertauscht. Die hier gezeigten Aufnahmen wurden am Computer gespiegelt und invertiert.

… Moment!! Was ist denn jetzt mit der Linse, wo doch das Loch das Bild erzeugt?
Mit einer Linse können Kameras auch mit großen Blendenöffnungen scharfe Aufnahmen machen. Davon konnten wie uns mit einer einfachen Lochkamera und einer Lupe überzeugen.

+++ News +++

29.11. 14:30 – 16:30 Uhr Gesamtkonferenz
29.11. 17:30 – 19:00 Uhr Schulkonferenz