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Einkaufen mit Hindernissen

Wir schreiben den 14. August 2014. Ich meinerseits finde das ein komisches Datum, aber egal. Ich bin Jakob und halte mich gerade in Italien auf, besser gesagt in Südtirol in den Bergen.

Es ist der Geburtstag meines einen kleinen Bruders Anton. Das Wetter ist nicht gerade gut, es hat geregnet.

Jetzt sind mein Vater, mein ganz kleiner Bruder Emil und ich auf dem Weg zu einem Wasserfall. Anton will in der Ferienwohnung bleiben und sein neues Fußball-WM-Foto-Buch ansehen. Meine Mutter bleibt bei ihm. Sie sagt: „Geht bitte einkaufen. Wir brauchen Eier, Milch und Butter. Morgen ist Maria Himmelfahrt, da haben die Geschäfte geschlossen.“

Das Einkaufen können wir auch später machen, überlegen wir.

Auf der Wanderung fängt es an zu regnen. Ich sage zu mir selbst: „Na super, das kann ja heiter werden!“ Aber es hört zum Glück wieder auf. Es ist nicht schön, wenn man einen Wanderweg geht und keine Menschenseele ist zu sehen. So geht es mir aber gerade. Wir gehen an einem fast fertiggestellten Haus vorbei, dort arbeiten ein paar Handwerker. Jetzt also doch ein paar Menschen. Aber wir wandern weiter. Zu unserer Linken liegen Bauernhöfe. Zu meinem Pech wird es nach der nächsten Biegung sehr steil. Ich schnaufe meinem Vater zu: „Wir sollen noch einkaufen, oder? Dann müssen wir uns doch beeilen! Die Supermärkte machen hier um 19 Uhr zu!“

Es wird felsiger – ein gutes Zeichen, finde ich, denn der Wasserfall soll in einer felsigen Gegend sein.

Ich passe auf, dass nicht zufällig eine Schlange auf dem Weg liegt oder vielleicht ein Riesenkrokodil. Man kann nie vorsichtig genug sein. Endlich, wir sehen einen Wegweiser, auf dem steht Wasserfall – 20 Minuten. „Genau wie ich geschätzt habe, oder?“, frage ich meinen Vater.

Die nächsten 20 Minuten überspringen wir.

Warum?

Keine Ahnung, aber Schreiben ist auch nicht gerade leicht und außerdem war der Weg ab da langweilig.

Also weiter im Text: Am Wasserfall ist es so laut, dass man am liebsten ein Megafon mitgenommen hätte. Man kann sein eigenes Wort nicht verstehen, weil die Wassermassen ohrenbetäubend die Klippen herunterdonnern. Über den Wasserfall führt eine Brücke, auf die wir uns stellen, aber trotzdem nicht auf die andere Seite gehen, denn wir sollen ja noch einkaufen gehen.

Wir gehen also die 20 Minuten zurück zum Wegweiser, dort führt ein weiterer Weg zum unteren Wasserfall. Den haben wir aber schon gestern besichtigt. Von dort aus gehen wir rechts den leichteren Weg. Auf dem Abstieg fällt mein Bruder  auf den Po. Das wiederholt sich ungefähr zehn bis zwanzig Mal, bis wir unten sind. Nicht übertrieben.

Im Dorf angekommen, rennen wir zum Supermarkt. Es ist 18.55 Uhr. Glück für uns.

Als wir zum Eingang kommen, weisen uns drei Mädchen darauf hin, dass er um halb sieben schließt. Pech für uns.

Wir kommen nach Hause und wissen nicht, wie wir das erklären können. Mama schimpft sehr.

Am nächsten Morgen leihen wir uns Eier von unserem Nachbarn aus und erklären ihm unsere Not. Er sagt: „Die habe ich eben hier im Supermarkt gekauft. Der hat heute den ganzen Tag offen.“

Da würde ich sagen: „Umsonst abgehetzt!“

 

Jakob F., 6c

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