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Frankreichaustausch

Am 10. Januar 2011 machten sich im Rahmen unseres seit nunmehr 48 Jahren bestehenden Frankreichaustausches mit dem Collège und Lycée Maurice Ravel in Paris 15 Schülerinnen und Schüler unserer Schule für zwei Wochen auf, die französische Kultur näher kennenzulernen, neue Freundschaften anzubahnen und v. a. ihre französischen Sprachkenntnisse zu verbessern.

Die 15 Schülerinnen und Schüler wurden in der 1. Woche von Frau Rapp (Organisatorin des Frankreichaustausches seitens der HeLa) und mir (Hr. Rose) und in der 2. Woche von Frau Dietz und Frau Lacroze begleitet.

Während des Austausches unternahmen die deutschen Schülerinnen und Schüler – überwiegend gemeinsam mit ihren Austauschpartnern – zahlreiche Exkursionen, um mehr über die französische Kultur zu erfahren. Sie besuchten aber auch an einigen Tagen zusammen mit ihren Austauschpartnern den Unterricht im Gastland. Ziel war es dabei nicht, dem Unterricht lückenlos zu folgen – dafür reichten die Sprachkenntnisse noch nicht aus – sondern einen Einblick in den französischen Schulalltag zu gewinnen. An den beiden Wochenenden wurden bewusst keine Exkursionen von Seiten der Schulen organisiert, damit die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler sowie die jeweiligen Gastfamilien Gelegenheit hatten, sich besser kennenzulernen und gemeinsam Ausflüge zu unternehmen.

Das sehr abwechslungsreiche, kreative und die Interessen der Schülerinnen und Schüler ansprechende Programm, das von der an unserer Partnerschule tätigen Deutschlehrerin Frau Limon zusammengestellt worden war, stand in diesem Jahr unter dem Motto „Paris entdecken – mit allen Sinnen“.

Um diesem Ansinnen Rechnung zu tragen, erhielt die deutsch-französische Schülergruppe am Mittwoch der 1. Woche im Lycée des Métiers de l´Hôtellerie Jean Drouant die Gelegenheit, in stilvollem Ambiente ein mehrgängiges Menu zu konsumieren, um dabei ihren Geschmackssinn anzusprechen. Das Lycée ist eine Einrichtung, die eine Ausbildung für die gehobene Gastronomie- und Hotelwirtschaft ermöglicht. Der erfolgreiche Abschluss, so wurde uns vom Leiter der Einrichtung im Rahmen einer zuvor unternommenen Führung durch das Gebäude versichert, garantiere eine Anstellung in Europa.

Ein gemeinsamer Besuch der deutschen und französischen Austauschpartner am darauffolgenden Tag in der Parfümerie Fragonard und dem hauseigenen Musée du Parfum ermöglichte es, den Geruchssinn zu stimulieren. Während des Rundgangs durch die Parfümerie vermochte die deutsche Führerin infolge ihres den Altersstufen angemessenen Sprachniveaus sowie aufgrund einer gezielten Auswahl zentraler Informationen – von den Rohmaterialien und ihren Herkunftsorten über die Extrahierung der Essenzen (Destillation) und der Bedeutung des Parfums in verschiedenen Kulturen sowie dem historischen Wandel dieser Bedeutung bis zur Arbeitsweise des Parfümeurs bei der Kreation neuer Düfte sowie weiterer Besonderheiten der Parfümerie Fragonard – das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken. Im Rahmen der Führung hatten die Schülerinnen und Schüler auch selbst Gelegenheit, ihren Geruchssinn auf die Probe zu stellen, indem sie unterschiedliche Gerüche ihren jeweiligen Herkunftsmaterialien zuordnen konnten.

Im Anschluss an den Besuch der Parfümerie Fragonard stand eine Führung durch die Opéra Garnier – bekannt nicht zuletzt durch das Musical Phantom der Oper – auf dem Programm. Das in der 2. Hälfte des 19. Jh.s von dem bis dahin unbekannten Architekten Charles Garnier erbaute Opernhaus – das größte seiner Zeit – beeindruckt durch das Farbenspiel und die Kombination verschiedener Marmorarten, die dem Stil Napoléon III erst seinen Namen gaben, durch seine opulente Ausstattung sowie durch den acht Tonnen schweren Kronleuchter im Opernsaal und das ihn umgebende, 1964 entstandene berühmte Deckengemälde Marc Chagalls, das u. a. den Eiffelturm zeigt.

Am Nachmittag desselben Tages wurde den Schülerinnen und Schülern ein Eintritt in die Ausstellung Très toucher im Palais de la Découverte geboten. Wie der Name bereits vermuten lässt, hat die Ausstellung zum Ziel, den Tastsinn anzusprechen, indem mit Händen oder Füßen Materialien erspürt und auf diese Weise z. B. Tiere anhand ihres Fells identifiziert werden oder der Weg über ein auf dem Boden befindliches Schachbrettmuster gefunden wird.

Am darauffolgenden Montag besuchten die deutschen Austauschpartner das Wachsfigurenkabinett Musée Grévin, das mit zahlreichen „Größen“ aus der internationalen Film- und Fernsehbranche, der Musikszene sowie aus den Bereichen Sport, Mode und Comic aufwarten kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Kulturszene Frankreichs. Ferner ermöglichte der Rundgang durch das Kabinett, einige bedeutsame Ereignisse der französischen Geschichte kennenzulernen.

Einen Tag später hatten die deutschen Schülerinnen und Schüler erneut Gelegenheit, ihren Geruchssinn zu „testen“. Dieses Mal „entführte“ sie das Austauschprogramm in den Quartier Aligre, um auf einem typischen französischen Markt für einen Euro – der ihnen zuvor ausgehändigt worden war – ein Gewürz, Material oder Produkt ihrer Wahl zu kaufen, das im Rahmen der Abschlusspräsentation von den Gasteltern anhand des Geruchs erraten werden sollte.

Der am Donnerstag folgende Programmpunkt, eine Führung im Pariser Rathaus, zielte (ähnlich wie die Führung in der Opéra Garnier) aufgrund der vielen an den Wänden und Decken gezeigten und erläuterten Details darauf ab, den Sehsinn anzusprechen, während die deutschen Schülerinnen und Schüler am Nachmittag gemeinsam mit ihren französischen Austauschpartnern im Atelier Gamelan in der Cité de la Musique de la Villette aktiv und kooperativ dem Hörsinn nachspüren konnten.

Bei all diesen Exkursionen sollten – wie bereits angeklungen – die Schülerinnen und Schüler u. a. Fotos machen, Töne aufnehmen sowie Prospekte und Gewürze sammeln, um am Freitag der 2. Woche gemeinsam mit ihrer Austauschpartnerin bzw. ihrem Austauschpartner und den Gasteltern einen kleinen „Ausflug in die Welt der Sinneswahrnehmungen“ zu unternehmen und die Ergebnisse des Austausches zu präsentieren.

Die mit dem Frankreichaustausch verbundene, allgemeine pädagogische Zielsetzung wurde bereits eingangs erläutert. Diejenige des zuvor dargestellten Programms besteht zunächst darin, Einblicke in die Kultur – u. a. in die Esskultur – unseres Nachbarlandes zu gewinnen und den Stellenwert, den diese kulturellen Aspekte für unsere Nachbarnation haben, erfahrbar zu machen. Von dem Bewusstsein dieser großen Bedeutung für die alltägliche Konversation leitet sich zugleich das Bestreben unserer Schule her, die Sprachkenntnisse von Schülerinnen und Schülern auf diesen Gebieten mittels des hier gewählten Programms zu vertiefen. Ferner stellen Sinneswahrnehmungen in verstärktem Maße kommunikative Anlässe dar und wird die Rezeption der Fremdsprache durch das gleichzeitige Ansprechen mehrerer Sinne gefördert.

Unser Dank gilt in besonderem Maße unseren französischen Kolleginnen für dieses in vielerlei Hinsicht sinnvolle Programm!

Die französischen Austauschpartner sowie die begleitenden Lehrkräfte dürfen wir Anfang Juni sehr herzlich bei uns willkommen heißen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, am Frankreichaustausch teilzunehmen – für den man sich übrigens jedes Jahr erneut, allerdings erst ab dem 2. Lernjahr Französisch, bewerben kann – hat noch etwas Zeit: Vor den Herbstferien werdet ihr in der Regel über den nächsten Frankreichaustausch informiert und zu diesem Zeitpunkt könnt ihr auch eure Bewerbungsformulare bei Frau Rapp abholen. Für Fragen bezüglich des Austausches stehen euch Frau Rapp und ich natürlich jederzeit gerne zu Verfügung.

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