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Französischklasse

Liebe Eltern,

die Wahl der Fremdsprachen (1. Fremdsprache: Englisch oder Französisch, Beginn: Klassenstufe 5, 2. Fremdsprache: Französisch oder Latein, Beginn: Klassenstufe 7) bedeutet einen entscheidenden Schritt im Leben der Schülerinnen und Schüler, denn von der Wahl dieser Hauptfächer wird ihre gesamte schulische Laufbahn häufig wesentlich mitbestimmt und nicht selten auch der Werdegang darüber hinaus beeinflusst.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich für eine Fremdsprache entscheiden, die sie in den meisten Fällen nicht kennen. Es sind die Eltern und Lehrerinnen und Lehrer, die ihnen bei dieser Wahl hilfreich zur Seite stehen können.

Um Sie bei dieser Entscheidung zu unterstützen, wollen wir Ihnen nachfolgend einige Argumente nennen, die für das Erlernen der französischen Sprache im Allgemeinen und des Französischen als 1. Fremdsprache im Besonderen sprechen.

Ferner möchten wir Ihnen mitteilen, unter welchen Bedingungen Französisch als 1. oder 2.  Fremdsprache gewählt werden sollte und Ihnen darüber hinaus weitere Entscheidungshilfen für die Fremdsprachenwahl an die Hand geben.

Im Einzelnen werden nachfolgend Antworten auf die folgenden Fragen gegeben:

1) Warum Französisch lernen? 2) Warum sollte Französisch als 1. Fremdsprache gewählt werden? 3) Unter welchen Bedingungen sollte Französisch als 1. Fremdsprache gewählt werden? 4) Wird mein Kind bei der Wahl von Französisch als 1. Fremdsprache Nachteile beim Erlernen der englischen Sprache haben? 5) Unter welchen Bedingungen sollte Französisch als 2. Fremdsprache gewählt werden? 6) Was bietet die Helene-Lange-Schule, um Schülerinnen und Schüler beim Erlernen der französischen Sprache zu unterstützen?

1) Warum Französisch lernen?

Mit keinem anderen Land der Erde ist die Bundesrepublik Deutschland politisch, kulturell und wirtschaftlich so eng verbunden wie mit Frankreich. Dies gründet sich auf den 1963 abgeschlossenen Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Zwischen beiden Ländern herrscht eine weitgehende berufliche Freizügigkeit durch Anerkennung von Fachabschlüssen und Abitur, die sich durch die Realisierung des europäischen Binnenmarktes ab 1992 noch vertieft hat.

Französisch ist die zweithäufigste Kommunikationssprache der Welt und wird nicht nur in unseren Nachbarländern (Frankreich, Schweiz, Belgien und Luxemburg) gesprochen, sondern dient in insgesamt mehr als 35 Ländern auf 5 Kontinenten als Verkehrs- oder Amtssprache.

Französisch ist offizielle Konferenzsprache in zahlreichen internationalen Organisationen wie z. B. UNO, UNESCO, Europarat.

Frankreich ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Über 2700 deutsche Unternehmen sind in Frankreich angesiedelt.

Die Angabe „Sprachkenntnisse in Französisch“ im Lebenslauf wird also später bei der Arbeitsplatzsuche in den meisten Fällen von Vorteil sein.

Die Lesefähigkeit in Französisch wird in vielen Studiengängen erwartet und ist z. T. Zulassungsbedingung, da u. a. Artikel in Fachzeitschriften in dieser Sprache verfasst sind.

Die Nähe zu französischsprachigen Ländern bietet einen weiteren Anreiz, die Sprache zu lernen, denn nicht nur im Urlaub, sondern auch im Rahmen der zahlreichen Städtepartnerschaften und Schüleraustauschprogramme kann das Erlernte sofort selbständig angewandt werden.

Die französische Kultur zählt zu den bedeutendsten der Welt (Literatur, Musik, Kunst,  Küche, Mode) und sie kann in vielen Bereichen das geistige Leben eines jungen Menschen bereichern und neue Interessen wecken.

2) Warum sollte Französisch als 1. Fremdsprache gewählt werden?

Schülerinnen und Schüler können mit dieser Sprachenfolge (1. Fremdsprache: Französisch, 2. Fremdsprache Englisch) am Ende der Mittelstufe beide Fremdsprachen eher auf einen guten Niveau sprechen, als es bei einer umgekehrten Reihenfolge der Fall wäre.

In der 5. und 6. Klasse, d. h. im Alter von ca. 10/11 Jahren, lernen Kinder noch unbefangener, und spielerischer, z. B. durch Nachsprechen. Sowohl die Fähigkeit fremde Laute richtig zu hören, als auch die, sie richtig zu artikulieren, ist in diesem Alter besser als in der nachfolgenden Pubertät.

Die Motivation der Schülerinnen und Schüler, eine zweite Fremdsprache zu erlernen, ist höher, wenn diese Sprache weniger komplex ist und dem Deutschen – aufgrund der Sprachverwandtschaft – stärker ähnelt. Deshalb sollte Englisch 2. Fremdsprache sein. Mögliche Lernschwierigkeiten in der 2. Fremdsprache während der Pubertät können leichter aufgefangen werden, nicht zuletzt, da das Englische den Schülerinnen und Schülern aufgrund seiner großen Bedeutung in Jugendkultur (insbesondere der Jugendsprache), der Musik-, Computer- und Unterhaltungsindustrie sowie der häufigen Verwendung auch in der deutschen Sprache eher vertraut ist und eine stärkere Beziehung zu ihren Interessen aufweist.

Mit Französisch als 1. Fremdsprache lernen die Schülerinnen und Schüler ein sprachliches System kennen, das einen starken Kontrast zur deutschen Muttersprache bildet. Dabei gewinnen sie Einblicke in den Aufbau und das Funktionieren der Sprache. Das erleichtert das Lernen des Englischen und insbesondere weiterer romanischer Sprachen (Spanisch als 3. Fremdsprache ab Klassenstufe 9 wählbar) zumal das Englische in der Lexik zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem Französischen aufweist.

Die Wahl des Französischen als 1. Fremdsprache erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass die Schülerin bzw. der Schüler in der Lage sein wird, in der Oberstufe einen Leistungskurs in diesem Fach zu belegen. Das Abitur im Leistungskurs Französisch wiederum berechtigt sie bzw. ihn in französischsprachigen Ländern zu studieren, ohne eine Sprachprüfung abzulegen.

3) Unter welchen Bedingungen sollte Französisch als 1. Fremdsprache gewählt werden?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Schülerinnen und Schüler v. a. dann starke Lernfortschritte in Französisch 1. Fremdsprache machen, wenn sie in der Grundschule gute bzw. sehr gute Noten in allen Hauptfächern (Deutsch, Mathematik und Englisch bzw. Französisch) hatten.

Dieses ist verständlich, wenn man – wie oben erwähnt – bedenkt, dass Französisch – aufgrund der fehlenden Sprachverwandtschaft zur deutschen Sprache und der geringeren Präsenz im Alltag der Kinder und Jugendlichen – für deutsche Schülerinnen und Schüler schwerer als Englisch zu erlernen ist.

Bei der Wahl des Faches Französisch als 1. Fremdsprache sind die Lernanforderungen zudem dadurch erhöht, dass in der 5. Klassenstufe neben Französisch (Umfang: 5 Wochenstunden, Hauptfach) Englisch (Umfang: 1 Wochenstunde, zunächst noch Nebenfach, ab der Klassenstufe 7 Hauptfach) gelehrt wird.

Bitte bedenken Sie ferner: Sollte Ihr Kind die Lernziele einer Klassenstufe nicht erreichen und auf eine Realschule wechseln müssen, gestaltet sich die Wahl einer neuen Schule häufig schwierig, da in Frankfurt am Main nur die Realschule Fürstenbergerschule Französisch als 1. Fremdsprache anbietet. Bei Nichtannahme an dieser Schule ist ein Schulformwechsel deshalb nahezu immer gleichbedeutend mit der Wiederholung mindestens derselben Klassenstufe.

4) Wird mein Kind bei der Wahl von Französisch als 1. Fremdsprache Nachteile beim Erlernen der englischen Sprache haben?

Nein. Wie bereits oben erwähnt, haben die Schülerinnen und Schüler der Französischklasse bereits in der 5. Klasse 1 Stunde Englischunterricht pro Woche.

Es findet für sie keine Wahl der 2. Fremdsprache statt: 2. Fremdsprache wird in der 7. Klassenstufe automatisch Englisch (Umfang: 4 Wochenstunden).

Auf diese Weise ist es ihnen möglich, am Ende der Mittelstufe auch im Englischen dasselbe Sprachniveau wie Schülerinnen und Schüler mit Englisch als 1. Fremdsprache zu erreichen.

5) Unter welchen Bedingungen sollte Französisch als 2. Fremdsprache gewählt werden?

Wir empfehlen, dass ihr Kind v. a. dann Französisch (und nicht Latein) als 2. Fremdsprache wählen sollte, wenn es bisher Freude daran hatte, eine Fremdsprache zu sprechen, da im Fach Latein die mündliche Kommunikation in der Zielsprache – vom Lesen abgesehen – nicht stattfindet, im Französischen hingegen – genauso wie im Englischen – sehr wohl.

Ebenso ist es im Fach Latein – anders als im Französischen – nicht möglich, sich die Sprache durch Zuhören anzueignen, da die lateinische Sprache nicht mehr gesprochen wird.

Bitte bedenken Sie ferner: Die Helene-Lange-Schule bietet Latein und Spanisch (aber nicht Französisch) als 3. Fremdsprache ab Klassenstufe 9 an. Die Wahl einer 3. Fremdsprache ist freiwillig. Wer also Französisch an der Helene-Lange-Schule erlernen möchte, muss ich hierfür spätestens in der Klassenstufe 7 entscheiden.

6) Was bietet die Helene-Lange-Schule, um Schülerinnen und Schüler beim Erlernen der französischen Sprache zu unterstützen?

Die Helene-Lange-Schule bietet Französisch als 1. oder 2. Fremdsprache an. Sie ist damit eine der wenigen Schulen in Hessen, in denen Französisch als 1. Fremdsprache gelernt werden kann. Erfahrung haben wir auf diesem Gebiet seit 1973. Wie oben erläutert, hängt der Lernerfolg in diesem Fach – wie in anderen Bereichen auch – vom frühzeitigen Lernbeginn maßgeblich ab.

Die Helene-Lange-Schule ermöglicht, ebenso als eine der wenigen Schulen in Hessen, einen Schüleraustausch mit einer Schule in Paris, dem Lycée Maurice Ravel (siehe Homepage – Stichwort: Schüleraustausch mit Frankreich). Dabei kann auf eine lange Tradition zurückgeblickt werden. Bereits seit 1963 besuchen sich Schülerinnen und Schüler der Partnerschulen regelmäßig.

Schülerinnen und Schüler mit Französisch als 1. Fremdsprache (Französischklasse) nehmen in der 10. Klassenstufe an einer Klassenfahrt ins französischsprachige Ausland teil.

Da viele Französischlehrerinnen und Französischlehrer der Helene-Lange-Schule auch am Oberstufengymnasium Friedrich-Dessauer unterrichten, ist eine Kontinuität des Unterrichts bis zum Abitur gewährleistet.

Schülerinnen und Schüler nehmen regelmäßig an der Cinéfête – einem französischen Jugendfilmfestival in Frankfurt am Main – teil.

France Mobil vom Institut français besucht die Schule, um Schülerinnen und Schüler über die Wahl der 2. Fremdsprache zu informieren.

Es besteht die Möglichkeit, das international anerkannte Sprachdiplom DELF zu erlangen.

Schlusswort

Wir hoffen, dass die genannten Argumente Ihnen, liebe Eltern, und Ihren Kindern bei der Wahl der 1. und 2. Fremdsprache geholfen haben.

Wir, die Französischlehrerinnen und Französischlehrer der Helene-Lange-Schule, stehen Ihnen und Ihren Kindern gerne für weitere Auskünfte und persönliche Beratung jederzeit zur Verfügung.

 

 

 

 

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